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Verschiedene Herstellungsverfahren kritisch betrachtet

Einleitung Notwendigkeit der Aufschlussverfahren

In der Hundewelt gibt es immer wieder Diskussionen um das schonendste Herstellungsverfahren und eine Verteufelung bestimmter Verfahren als Vitamin- und Nährstoffkiller.

Darum ist es einmal an der Zeit, die verschiedenen Verfahren zur Hundefutterherstellung genauer unter die Lupe zu nehmen und zwar ohne werbetechnische Aspekte zu beachten.

Unbestritten dürfte sein, dass es wenig Sinn macht, den Hund mit rohem Getreide oder Gemüse zu füttern, da er diese pflanzlichen Nahrungsbestandteile nicht oder nur in absolut ungenügendem Maße verdauen kann.

Eine Möhrrübe hat z.B. im frischen Zustand, also dann wenn sie frisch aus der Erde kommt, den höchsten Vitamingehalt, der aber für den Hund, sofern er die Mohrrübe roh frisst – gemessen am Gehalt verdaulicher Vitamine – gegen Null geht, da sich die Vitamine innerhalb der Zellmembran befinden und der Hund nur im ungenügenden Maße im Stande ist, diese Zellmembran während der Verdauung aufzulösen.

Eine sinnvolle Fütterung mit rohem Getreide oder Gemüse ist demnach wohl nicht möglich.

Also müssen die pflanzlichen Bestandteile durch geeignete Verfahren so aufgeschlossen werden, dass der Hund die enthaltenen Nährstoffe auch in die Blutbahn aufnehmen kann.

Zum „Knacken“ der Zellmembran kommen nun verschiedene Verfahren zum Einsatz. Gemeinsam ist den meisten Verfahren (Ausnahme Mikronisieren), dass sie entweder Hitze oder Druck oder beides anwenden um ihr Ziel zu erreichen.

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  1. Kochen

Das Kochen ist eine reine Wärmebehandlung von pflanzlichen Nahrungsmitteln. Wie jeder, der schon einmal gekocht hat weiß, bedarf es dazu einer zeitlich sehr ausgedehnten Behandlung bei Temperaturen um die 90 Grad, um sein Ziel zu erreichen. Kartoffeln, Reis, Erbsen etc. müssen mindestens 15 Minuten dieser Wärme ausgesetzt werden, um einen genügenden Effekt bei der Öffnung der Zellmembran zu erreichen.

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  1. Dampfkochtopf

Der Dampf- oder Schnellkochtopf wendet eine Kombination aus Wärme und Druck an, um die Zellmembran zu öffnen. Die Wärmeeinwirkung kann so auf ungefähr die Hälfte der Zeit reduziert werden.

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  1. Backen

Beim Backen wird das Getreide einer reinen Wärmebehandlung unterzogen, je dunkler das Mehl ist, desto länger muss die Wärme auf das Produkt einwirken, um einen genügenden Aufschluss der pflanzlichen Zellmembran zu bewirken. Vollkornbrote benötigen eine Wärmebehandlung bei mind. 180° C über mind. 2,5 Stunden um verdaulich zu werden (jedenfalls für Hund und Mensch). Dass hier ein schwedischer Hersteller von seinem Hundefutter behauptet, es wäre besonders schonend hergestellt, weil es gebacken ist, mutet schon ein wenig kurios an.

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  1. Mikronisieren

Beim Mikronisieren wird der Rohstoff so fein vermahlen, dass die Zellmembranen quasi durch die Wucht der Schläge der Hammermühle zerstört werden, zusätzlich wird – durch das starke Zerkleinern - mehr Oberfläche zum Angriff der Verdauungsenzyme geschaffen. Bei Futtermitteln kann sich noch eine Wärmebehandlung durch Wärmelampen anschließen.

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  1. Flockieren

Beim Flockieren wird das Getreide oder Gemüse zuerst mit Wasserdampf behandelt, um anschließend unter einer Walze plattgedrückt zu werden. Der Aufschluss der Zellmembran erfolgt also durch eine Mischung aus Hitze und Druck. Im Dämpfer herrschen Temperaturen von über 100°C für 20 – 25 Minuten, danach wird das Flockiergut unter einer Walze flachgedrückt und zwar mit einem Anpressdruck von bis zu 70 Tonnen. Anschließend läuft die Flocke über ein Trockenwerk und eine Kühlung.

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  1. Poppen

Gepoppten Mais kennt jeder als Popcorn. Beim Poppen wird das zu poppende Getreide so lange einer Temperatur von 260°C ausgesetzt, bis das Wasser im Zellkern anfängt zu kochen und gut expandiert. Zum Poppen eignen sich bestimmte Maissorten, Gerste und einige andere – aber bei weitem nicht alle – Getreide.

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  1. Extrudieren

Beim Extrudieren wird das Futter in einem Konditionierer durch Wasser und Dampf zu einem warmen Teig vermengt.

Vom Konditionierer gelangt der Teig in einen zylindrischen Druckkörper in dem eine Schnecke den Teig in Richtung der sogenannten Matrize drückt.

Dadurch entsteht vor der Austrittsmatritze ein hoher Druck von ca. 40 bar.

Durch den Druck erreicht die Flüssigkeit im Zellkern für Millisekunden eine Temperatur von 120° C.

Da nach der Düse der Druck plötzlich nachlässt, expandiert das Futter, das heißt die Zellmembran platzt und das Lebensmittel/Futter dehnt sich aus und gibt seine wertvollen Inhaltsstoffe frei.

Durch diese Expansion nimmt sowohl der Feuchtigkeitsgehalt, als auch die Temperatur schlagartig ab.

Das so aufgeschlossene Futter wird nun getrocknet.

Die Verweildauer im eigentlichen Extruder beträgt je nach Extrudermodel 1 - 2 Minuten. Der eigentliche Extrusionsprozess mit Temperaturen von über 100° und einem Druck von ca.40 bar dauert nur wenige Sekunden, so dass das Extrudieren als das schonenste Aufschlussverfahren anzusehen ist.

Darum bleiben auch die Vitamine und Mikronährstoffe zu einem sehr hohen Prozentsatz (90%- 95%) erhalten.

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  1. Pelletieren

Das Pelletieren ist kein Verfahren zum Aufschließen von Getreide oder Gemüse, sondern nur ein Verfahren, bei dem Futtermittel in bestimmte Formen gepresst werden. Das Pelletiergut wird zuerst mit Wasserdampf behandelt, damit die Kleberstoffe aktiv werden und das Futtermittel anschließend in Form bleibt.

Es mag sein, dass die Hersteller, die mit einem sogenannten „Kaltwasserverfahren“ werben, hier das Futter mit Kaltwasser besprühen statt Wasserdampf zu verwenden.

Das Futter landet dann in einer geschlossenen Trommel, in der eine Walze unmittelbar an der Innenseite der äußeren Trommel läuft.

Je nachdem wie hoch der Pressdruck sein muss – und bei Hundefuttern muss er durch den Anteil an tierischen Komponenten sehr hoch sein – so dick ist die Wand der Trommel.

Die Dicke der Trommelwand (Matrize) beträgt bis zu 12,5 cm.

In dieser Wand der Trommel sind die Bohrungen, die dem Futter die Form geben.

Wenn das Mehlgemisch in die Trommel fällt, wird es durch die innen laufende kleine Walze durch die Bohrungen gepresst.

Bedingt durch die Dicke der Trommelwand kommt es in den Löchern zu einem starken reibungsbedingten Gegendruck, der die Futterbestandteile dermaßen stark verdichtet und erwärmt, dass sie miteinander verkleben.

Das Pellet sollte im Futtermittelbereich eine Kerntemperatur von mindestens 70°C erreichen, um auf den Einsatz von Konservierungsstoffen verzichten zu können.

An der Außenseite entstehen Temperaturen von bis zu 130°C. Je glatter das Pellet ist, desto höher war der Pressdruck und damit auch die Temperatur.

Achten Sie einmal bei pelletiertem Hundefutter auf den Farbunterschied zwischen dem Futter im Kern des Pellets und der Farbe an der Außenseite. Der Farbunterschied macht sehr deutlich, wie heiß das Pellet an der Außenseite geworden ist, wenn man bedenkt, dass schon im Zentrum des Pellets (zumindest im Petfoodbereich) eine Temperatur von mindestens 70°C geherrscht haben sollte.

Zudem treten an der Schnittstelle zwischen Walze bzw. Koller und der Matrize starke Scherkräfte auf, die die Komponenten stark mechanisch belasten.

Dieses Verfahren als „kaltgepresst“ zu verkaufen, ist nach meiner Meinung schon sehr fragwürdig.

Zumal suggeriert wird, dass eine Herstellung von Hundefutter ohne den Einsatz thermischer Energie möglich wäre. Da beim Pelletieren jedoch kein - für Hunde notwendiger - Aufschluss der pflanzlichen Komponenten stattfindet, tritt beim Pelettieren sogar eine doppelte thermische und auch mechanische Belastung der Komponenten auf, nämlich durch das notwendige Aufschlussverfahren und das Pelletieren, dass ist doch sehr weit weg von kaltgepresst im Sinne von thermisch unbelastet..

Anmerkung;

Es gibt auch Flachpelletierer, bei denen das Pelletiergut mit Hilfe von ein oder zwei Kollern durch die Matrize gepresst wird, was aber keinen Unterschied bei den Drücken und der Temperatur macht.

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Zusammenfassung

Wenn man nun abwägt, welches das geeignete Verfahren zur Herstellung von Hundefutter ist, so stellt sich Folgendes dar.

Kochen, Dampfgaren und Dampfkochen:

  • allenfalls für Dosenfutter geeignet

  • hoher Verlust an Vitaminen durch langanhaltende hohe Temperaturen

Backen:

  • wesentlich zu lange Einwirkung von Temperatur auf das Futtermittel

  • hoher Zerstörungsgrad empfindlicher Inhaltsstoffe wie den Vitaminen

Mikronisieren:

  • hohe mechanische Kräfte, die auf das Futter wirken und viele Strukturen zerschlagen

  • für Hunde nur ungenügender Aufschluss der pflanzlichen Komponenten (große Kotmengen)

  • anschließende Formgebung durch Pelletieren notwendig (doppelter Stress für die Komponenten)

Flockieren:

  • vertretbare Einwirkung von Druck und Temperatur auf das Futtermittel

  • relativ guter Erhalt von Vitaminen

  • relativ guter Aufschluss für den Verdauungstrakt des Hundes

  • relativ gute Verträglichkeit von Reis und Haferflocken

Poppen:

  • relativ hohe, aber nur kurze Temperatureinwirkung auf das Futtermittel

  • guter Aufschluss für das Verdauungssystem des Hundes

  • schonender Umgang mit empfindlichen Inhaltsstoffen wie den Vitaminen

  • nur für wenige Futtermittel geeignet

  • gepoppte Getreide werden nicht von allen Hunden vertragen

Extrudieren:

  • extrem kurze Einwirkung von Druck und Temperatur auf das Futtermittel

  • natürlich enthaltene Vitamine (nicht die synthetischen, sondern die natürlichen Vitamine) bleiben nachweisslich zu über 90% erhalten

  • sehr guter Aufschluss der pflanzlichen Komponenten für den Verdauungstrakt des Hundes

  • gute Verträglichkeit

Pelletieren:

  • länger hohe Temperaturen als beim Extrudieren

  • unnötige Doppelbelastung der Komponenten, da kein Aufschluss der Komponenten stattfindet, sondern nur Formgebung

  • Extrem günstige Prozesskosten, nur ca. 20% der Kosten für das Extrudieren

Fazit:

Pflanzliche Komponenten im Hundefutter bedürfen eines Verfahrens zum „Knacken“ der Zellmembran, um für den Hund überhaupt verwertbar zu sein.

Bei jedem Aufschlussverfahren werden die pflanzlichen Komponenten durch mechanische und /oder thermische Energie modifiziert, das liegt in der Natur der Sache und lässt sich nicht verhindern.

Es kommt also darauf an, mit möglichst wenig und möglichst kurzer Einwirkung auf die pflanzliche Zellmembran das optimale Ergebnis zu erzielen.

Pelletfutter erreichen dieses Ziel denkbar ungünstig wegen der Doppelbelastung durch Aufschluss und Pressverfahren und sind alles andere als kaltgepresst, da die pflanzlichen Komponenten bei keinem anderen Verfahren so oft, so lange und so intensiv mechanischen und thermischen Kräften ausgesetzt sind.

Das Extrusionsverfahren liefert augenblicklich die besten Ergebnisse im Bezug auf die geringe thermisch/mechanische Belastung des Futters und dessen Verdaulichkeit für den Hund.

Christoph Rabanus alle Rechte vorbehalten März 2016

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